Übersicht

 

Konzerte Klassik


 

Wird in Kürze aktualisiert

 

 

 

 

 

 


Die Orchester und Ensembles


 

 

 

Berliner Philharmoniker


Die Berliner Philharmoniker gelten als eines der führenden Symphonieorchester weltweit. Die Anfänge gehen auf Johann Benjamin Bilse, einem ehemaligen Musiker der Kapelle von Johann Strauss (Vater), zurück, der 1867 ein Orchester zusammenstellte, das zunächst als Unterhaltungsorchester konzipiert war, zunehmend aber auch ernste Musik ins Repertoire aufnahm. Das Bilse-Orchester, wie es damals noch hieß, brachte auch Werke von Liszt und Tschaikowsky zur Uraufführung und schließlich dirigierte sogar Richard Wagner als Gast. Der Anlass zur Gründung eines Spitzenorchesters war vermutlich der Auftritt der Meininger Hofkapelle, das seinerzeit führende Orchester Deutschlands, unter der Leitung von Hans von Bülow, einem Schüler Liszts und Wagners, in der Sing-Akademie in Berlin im Jahre 1882. Dieses umjubelte Konzert führte dazu, dass viele in der frischgekürten Reichshauptstadt der Meinung waren, dass man dort auch eines angemessenen und repräsentativen Klangkörpers bedürfe. Nachden es ein paar Monate später in der Bilse-Kapelle wegen diverser Streitigkeiten zu einer Revolte kam, gründete ein Großteil der Musiker ein eigenes Orchester, das schon bald darauf den Namen Berliner Philharmonisches Orchester bekam und Konzerte gab, die sich an ein gebildetes Musikpublikum richteten. Man holte Gastdirigenten wie Johannes Brahms, Peter Tschaikowsky und Edvard Grieg ans Pult, musste aber immer wieder, bis in die 1930er Jahre, sogenannte populäre Konzerte mit weniger namhaften Dirigenten veranstalten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Als Hans von Bülow, der zuvor schon die Meininger Hofkapelle zu einem Spitzenorchester geformt hatte, die Leitung übernahm, brachte er mit eiserner Disziplin die Berliner Pilharmoniker an die Spitze Deutschands. Mit Arthur Nikisch, der das inzwischen elitäre Ensemble von 1895-1922 leitete, wurden die Berliner eines der besten europäischen Orchester. Man ging auf internationale Tourneen, brachte zahlreiche bekannte Werke zur Uraufführung und lud internationale Stars wie Pablo de Sarasate, Fritz Kreisler, Pablo Casals oder Jascha Heifetz zu gemeinsamen Auftritten ein. Mit dem Engagement Wilhelm Furtwänglers, eines der größten Dirigenten des 20. Jahrhunderts, im Jahre 1922 erlangte das Orchester schließlich Weltgeltung. Es wurden viele Werke namhafter internationaler Komponisten uraufgeführt und einer der ersten Höhepunkte war der gemeinsame Auftritt des 12jährigen Wunderkindes Yehudi Menuhin 1929. Furtwängler konnte vor allem in der Interpretation Beethovens und Schuberts Maßstäbe setzen, die bis heute gültig sind. Als es 1934 im NS-Staat zu einem Skandal kam, weil Furtwängler Werke der beiden "entarteten" Komponisten Mendelssohn und Hindemith aufführte und verteidigte, musste er von sämtlichen Posten zurücktreten und war bis 1952 nur noch als Gastdirigent tätig. Da Furtwängler nach dem Ende des Weltkriegs bis zum Abschluss seiner Vernehmungen 1947 durch die Amerikaner Auftrittsverbot hatte, übernahm der damals noch unbekannte Sergiu Celibidache die Leitung des Orchesters, bis Furtwängler 1952 zum Chefdirigenten auf Lebenszeit ernannt wurde. Nach seinem Tod 1954 bestimmte man den Perfektionisten Herbert von Karajan zum Leiter. Unter seiner Amtszeit wurden die Philharmonie 1963 gebaut und 1967 die Salzburger Festspiele ins Leben gerufen. Karajan strebte nach absoluter Vollkommenheit, das Orchester entwickelte unter ihm auch einen unerreichten Klang, allerdings oft zu Lasten der interpretatorischen Tiefe, auf die Furtwängler noch großen Wert gelegt hatte. Nachdem sein Nachfolger Claudio Abbado das Orchester deutlich verjüngt hatte, wurde 1999 einer der charismatischsten Dirigentenpersönlicheiten der Gegenwart, Sir Simon Rattle, zum Chefdirigenten gewählt, der sein Amt 2002 antrat.

 

 


 


Gewandhausorchester


Das Leipziger Gewandhausorchester ist eines der bedeutendsten internationalen Symphonieorchester und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Seinen Ruf erwarb es sich durch die überragende Qualität, die durch namhafte Kapellmeister wie Felix Mendelssohn-Bartholdy (1835-47), Arthur Nikisch (1895-1922), Wilhelm Furtwängler (1922-28) und Kurt Masur, der das Spitzenensemble von 1970-1997 leitete, geprägt wurde. Er unternahm zahlreiche Tourneen mit den Leipzigern und setzte den Bau des neuen Gewandhauses für das Orchester durch (Eröffnung 1981), das seit dem Krieg ohne eigene Spielstätte war. Masur ist seit 1997 beim Gewandhausorchester Ehrendirigent. Seit 2005 setzt der Mailänder Riccardo Chailly als Gewandhauskapellmeister neue Akzente.

 


 


Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam


Das Koninklijk Concertgebouworkest ist ein Weltklasse-Symphonieorchester, das seinen Namen und seinen Namen der Concertgebouw (Konzerthalle) im Herzen von Amsterdam verdankt. Die Concertgebouw wurde auf Iniative einer Gruppe wohlhabender Geschäftleute 1888 fertiggestellt und mit einer außerordentlich guten Akustik ausgestattet. Man engagierte Willem Kees als ersten Chefdirigenten, der von Anfang an darauf bedacht war, einen gewissen Anspruch im musikalischen Repertoire zu pflegen. Auch bestand er darauf, dass das Publikum die Grundregeln der Konzertetikette einhielt, im Gegensatz zu damaligen anderen Konzerthallen, in denen noch raue Sitten herrschten. Als er 1895 von Amsterdam fortging, hinterließ er ein kompetentes Orchester und ein diszipliniertes, fachkundiges Publikum. Sein Nachfolger, Willem Mengelberg, verlieh dem Orchester viel Glanz. Seine Affinität zur Musik Richard Strauss` und Gustav Mahlers sowie seine Fähigkeit, im Sinne des Komponisten zu interpretieren, brachten eine wunderbare Sensibilität in das Spiel und den Klang ders Orchesters. Die Art zu proben war sehr fordernd und diszipliniert zugleich und die gemeinsamen Auftritte von feiner Qualität, die das Concertgebouw-Publikum begeisterten. Schallplattenaufnahmen trugen dazu bei, den internationalen Bekanntheitsgrad des Ensembles zu steigern. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Eduard van Beinum die Leitung, der mit seiner sympathischen Art und kooperativen Arbeitsweise die Geschmeidigkeit und die Verständigung der Musikergruppen untereinander des inzwischen zur Weltspitze zählenden Orchesters sogar noch steigern konnte. Ebenso erweiterte er das Repertoire, indem er auch zeitgenössische Musik aufführte. Nach seinem plötzlichen Tod während einer Konzertprobe 1959 dirigierten Bernard Haitink und Eugen Jochum interimsweise, bis Haitink 1964 den Chefdrigentenposten annahm. Haitink war sehr aktiv, während seiner Amtszeit ging des Orchester viel auf Reisen und ins Tonstudio. Gastdirigenten wie Colin Davis oder Antal Dorati wurden beschäftigt. Haitink, der insbesondere für seine Bruckner-Interpretationen Weltruhm erlangte, begann eine langjährige enge Zusammenarbeit mit dem Spezialisten für barocke und klassische Musik, Nikolaus Harnoncourt, die zu einer Verfeinerung der Concertgebouwaufführungen von Musik dieser Epochen beitrug. Sein Nachfolger Riccardo Chailly konnte die Spitzenstellung des Orchesters festigen. Der Lette Mariss Jansons, einer der besten Dirigenten, die aus der ehemaligen Sowjetunion hervortraten, übernahm 2004 die Leitung des Concertgebouworkest.

 


 


London Philharmonic Orchestra


Das London Philharmonic Orchestra (LPO) zählt neben dem London Symphony Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, der Academy of St. Martin in the Fields und dem City of Birmingham Orchestra zu den bedeutendsten Symphonieorchestern Englands und ist auch weltweit führend. Sein Stamm-Konzertsaal ist die Royal Festival Hall. Es wurde 1932 von Sir Thomas Beecham gegründet. Spätere herausragende Dirigenten wie Sir Adrian Boult, Bernard Haitink, Sir Georg Solti und Kurt Masur prägten das Orchester und festigten seinen Rang. Wie das London Symphony Orchestra nahm auch das LPO zahlreiche bekannte Soundtracks zu Spielfilmen auf, so für Lawrence von Arabien, Philadelphia und Herr der Ringe. Auch wagte man Ausflüge in den Pop- und Rockbereich. Seit 2007 ist der russische Shooting Star Vladimir Jurowski Leiter dieses Ensembles.

 


 


London Symphony Orchestra


Das 1904 gegründete London Symphony Orchestra (LSO) ist eines der führenden Orchester Großbritanniens und der Welt, das sich vor allem auf Einspielungen von Filmmusiken (Star Wars, Braveheart, Harry Potter) spezialisiert hat. Auch ist das Orchester gegenüber Popmusik aufgeschlossen, wie die Mitwirkung am Beatles-Album Sgt. Pepper`s Lonely Hearts Club Band zeigt. Ebenso wurde das LSO durch zahlreiche Arrangements bekannter Pop- und Rocktitel bekannt, die unter der Bezeichnung Rock Classics veröffentlicht wurden. Viele bedeutende Chefdirigenten, darunter Arthur Nikisch, André Previn, Claudio Abbado und Sir Colin Davis haben das LSO im Laufe der Zeit an die Weltspitze geführt. Seit 2007 leitet Valery Gergiev das Orchester.

 


 


NDR Sinfonieorchester


Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Dirigent Hans Schmidt-Isserstedt, der bereits von 1935-1943 an der Hamburger Staatsoper tätig war, von britischen Militärs beauftragt, das Hamburger Musikwesen zu reorganisieren. Dazu besuchte der gebürtige Berliner Kriegsgefangenenlager in Schleswig-Holstein und forderte Musiker aufgelöster Sinfonie- und Opernorchester auf, nach ihrer Entlassung in Hamburg vorzusprechen. Bereits im August 1945 gab es ein erstes Konzert in der von Kriegsschäden verschont gebliebenen Musikhalle, der heutigen Laeiszhalle. Yehudi Menuhin spielte das Violinkonzert von Mendelssohn, begleitet von Schmidt-Isserstedt und dem neuen Sinfonieorchester, das zunächst noch NWDR-Sinfonieorchester hieß. Nach der Aufteilung des Nordwestdeutschen Rundfunks in NDR und WDR erhielt das Orchester 1956 seinen heutigen Namen. Schmidt-Isserstedt blieb bis 1971 Chefdirigent. Besonders erfolgreich war das NDR Sinfonieorchester unter Günter Wand, der in den 1980er jahren mit seinen Bruckner-Interpretationen Maßstäbe setzte und internationale Erfolge feiern konnte. 2004 übernahm der ebenfalls sehr renommierte Dirigent Christoph von Dohnányi die Leitung des Hamburger Spitzenorchesters.

 


 


Philharmonia Orchestra


Das Philharmonia Orchestra ist der Youngster unter den englischen Spitzenorchestern. Es entstand aus den Trümmern des Londoner Musiklebens unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. In erstaunlich kurzer Zeit stieg es in die höchste Klasse auf und entwickelte einen Klang, der den Orchestern aus dem deutsch-österreichischem Raum ähnelte. Kein Wunder, da es schon in seiner Anfangszeit von Furtwängler, Karajan und Klemperer geprägt wurde. Walter Legge, der damalige Chef der Plattenfirma EMI, gründete es zunächst als reines Schallplattenorchester, um mit den besten kontinentalen Orchestern seiner Zeit konkurrieren zu können. Nach der Absage an Sir Thomas Beecham, der gern dieses Orchester geleitet hätte, machte sich Legge auf die Suche nach führenden Dirigenten und Solisten der internationalen Szene. Zu den ersten Höhepunkten zählten eine Aufnahme von Ravels Klavierkonzert G-Dur mit dem jungen Leonard Bernstein und Konzerte unter Richard Strauss und Paul Hindemith. Die Basis für die hervorragende Klangqualität des Philharmonia Orchestra ist zweifellos auf die Tätigkeit von Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan zurückzuführen. Die großen Wiener und Berliner Traditionen wurden von dem englischen Ensemble adaptiert. Allerdings musste Karajan nach Furtwänglers Tod bei den Berliner Philharmonikern seinen Pflichten als Chefdirigent nachkommen und trat nur noch selten mit dem Londoner Orchester auf. Legge verpflichtete daraufhin Otto Klemperer, einen der letzten deutschen Dirigenten, die noch Wurzeln im 19. Jahrhundert hatten. Der zu dem damaligen Zeitpunkt bereits Mittsiebziger profitierte, wie auch das Philharmonia Orchestra, von dieser Verbindung: Die Konzerte waren ausverkauft und es gibt heute noch hochwertige Aufnahmen - besonders von Brahms, Bruckner und Mahler - aus dieser fruchtbaren Zeit. 1964 gab EMI bekannt, das Orchester nicht mehr finanzieren zu können und beabsichtigte es aufzulösen. Sofort schlossen sich die Musiker als privatrechtlicher Verein zusammen und nannten sich fortan New Philharmonia Orchestra. Man gab weiterhin unter Klemperer umjubelte Konzerte und ging auch auf Gastreisen. 1971 kam der junge amerikanische Dirgent Lorin Maazel, dessen energischer Stil und Intensität nicht zu den sensiblen Londonern passte, die Qualität der Aufführungen ließ nach. Riccardo Muti folgte ihm 1973 und erweiterte das Repertoire des bisher eher auf deutsch-österreichische Klassik ausgerichteten Orchesters. 1977 kehrte man zum alten Namen, Philharmonia, zurück, Giuseppe Sinopoli und Christoph von Dohnányi setzten die Tradition des Londoner Orchesters erfolgreich fort. Ab der Saison 2008 / 2009 wird Esa-Pekka Salonen, der hier seine Karriere einst begann, Principal Conductor and Artistic Advisor des Philharmonia Orchestra, Christoph von Dohnányi Ehrendirigent.

 


 

Wiener Philharmoniker


Die Wiener Philharmoniker gelten als eines der besten Orchester der Welt. 2006 wurden sie von führenden europäischen Kulturjounalisten zum besten Symphonieorchester Europas gewählt, gefolgt vom Amsterdamer Concertgebouworkest und den Berliner Philharmonikern. Gegründet wurde das Ensemble im Jahre 1842 von Otto Nicolai, ab 1860 fanden dann Philharmonische Konzerte statt. Die Orchestermitglieder wählten jährlich einen Dirigenten, der in der jeweiligenSaison alle Abonnementskonzerte dirigieren sollte, jedoch kein Chefdirigent im eigentlichen Sinne war, darunter Gustav Mahler (1898-1901) und Wilhelm Furtwängler (1927-1930). Ab 1933 modifizierte man das System und verpflichtete jährlich verschiedene Gastdirigenten, von denen besonders die Zusammenarbeit mit Arturo Toscanini (1933-1937) und seinem künstlerischen Gegenspieler Wilhelm Furtwängler (1933-1945, sowie 1947-1954) das Orchester prägten. Im Laufe der folgenden Jahre kooperierte das Spitzenensemble mit vielen weiteren namhaften Dirigenten, unter denen besonders Karl Böhm, Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und Carlos Kleiber hervorzuheben sind, mit denen man über einen längeren Zeitraum konzertierte und die später auch zu Ehrendirigenten ernannt wurden. Ein besonderes Ereignis ist das in dieser Form seit 1941 stattfindende Neujahrskonzert, das überwiegend Werken der Strauss-Dynastie gewidmet ist. Mitglied der Wiener Philharmoniker kann nur werden, wer mindestens drei Jahre beim Staatsopernorchester gespielt hat. Erst ab 1997 lässt das Orchester auch weibliche Musiker zu. Die Wiener Philharmoniker unterscheiden sich in ihrem Klang deutlich von dem anderer Spitzenorchester. Man fühlt sich der Tradition verpflichtet und verwendet in den Bläsergruppen noch Instrumente, wie sie im 19. Jahrhundert eingesetzt wurden. Die Fellinstrumente sind mit Ziegenpergament bespannt, auf Kunststofffelle wird verzichtet. Besonderes Prunkstück des Orchesters sind jedoch seine Streichergruppen. Es werden hier zwar gängige Instrumente eingesetzt, es pflegt aber traditionell den besonderen Anspruch, dass nämlich jeweils erfahrene Orchestermusiker neuen Mitgliedern das Klangideal erst vemitteln müssen. Dieses zeichnet sich durch eine weltweit nicht erreichte Homogenität aus und wird als Wiener Streicherklang bezeichnet. Der Orchesterklang erreicht so eine hohe historische Authentizität und entspricht der Wiener Klassik und der Wiener Schule.




site created and hosted by nordicweb