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Charanga!


Descarga Boricua


Poncho Sanchez

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Charanga!

 

Charangas nennen sich in der lateinamerikanischen Tanzmusik die Orchester, die statt auf (Blech-)Bläser den Akzent auf Streicher und Querflöte setzen und somit einen wärmeren Sound erzeugen. Der Ursprung dieser Formationen geht dabei bis in die französische Rokokozeit zurück, als solche Musikensembles in den Ballsälen feinerer Gesellschaftsschichten Menuette und Walzer spielten. Über die damalige französische Kolonie Haiti gelangten diese Musikstile schließlich bis nach Kuba, wo sie sich mit dem Danzon (Tanzmusik der damaligen kubanischen Elite) und dem Son verbanden und vor allem in den 50er Jahren sehr populär waren. Gruppen wie das Orquesta Broadway (Photo), bestehend aus New Yorker Musikern puertoricanischer Herkunft, mixten ab den 60er Jahren noch Jazz- und Mamboelemente hinein und vervollkommneten somit diese Tanzmusik, ebenso durch die Hereinnahme einzelner (Blech-)Bläser, bis hin zu ihrer heutigen Form. Das Stück Isla del encanto aus den 70er Jahren, elegant, geschmeidig und warmherzig, ist in diesem speziellen Genre ein großer Klassiker ge-worden.


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Descarga Boricua

 


Für manch einen ist sie eine der besten Salsa-Bands überhaupt: Ursprünglich 1972 vom Komponisten, Bandleader und Produ-zenten Fran Ferrer als Orquesta Puerto Rico 2010 gegründet, wurde die Formation 1993 in Descarga Boricua umbenannt. Bereits in den 1980er Jahren hatte die Gruppe mit ihrem damaligen Sänger Van Lester einige Hits, bevor sie als Descarga Boricua mit der CD Esta, Si Va! und vor allem mit der 1996er-Veröffentlichung Abrázate: Descarga Boricua, Vol. 2 auch in den USA und Europa Beachtung fand. Beide CDs zählen mittlerweile zu den maßgeblichen ihres Genres in den 1990er Jahren, daraus eine Kostprobe: Descarga No. 2 ... A Gozár!!! Ihre Mischung aus Latin Jazz und traditioneller Salsa ist sehr mitreißend und besticht durch Brillanz, Vir-tuosität und Perfektion. Die Grundformation wird immer wie-der von einer wechselnden Auswahl herausragender Sänger und Musiker aus New York und Puerto Rico begleitet, darunter Adalberto Santiago, Justo Betancourt, Herman Olivera (Photo unten, im weißen Anzug), Tito Allen, Juancito Torres, Papo Vázquez, Larry Harlow, Charlie Sepulveda und der zurzeit führende Latin Jazz-Trombonist Jimmy Bosch (Photo rechts). Zuletzt gab die Band 2007 in San Juan ein denkwürdiges Konzert, auf dem ¡Qué humanidad! zu einem der Höhepunkte zählte.

 

 

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Poncho Sanchez

 

 

 

Der kalifornische Latin-Jazz-Musiker und Bandleader mexikanischer Herkunft Poncho Sanchez (*1951) zählt heute zu den bedeutendsten und maßgeblichsten Vetretern seines Fachs. Das jüngste von elf Kindern wuchs in Norwalk (Kalifornien) auf und wurde in seinem Umfeld von afrokubanischer Musik (Mambo, Rumba, Salsa), aber auch vom Bebop Jazz im Stile Charlie Parkers geprägt. Unter diesen Eindrücken brachte er sich selbst das Gitarren-, Flöten-, Schlagzeug- und Timbalesspiel bei, bevor er sich endgültig für die Congas entschied. Nachdem er jahrelang in der lokalen Szene auftrat, schloss sich der Percussionist 1975 der Band von Cal Tjader, seinem großen Idol, an, wo er bald ein wichtiger Bestandteil der Rhythmusgruppe wurde und dort bis 1982, dem Todes-jahr Tjaders, blieb. Kurz darauf gründete er seine eigene Band, mit der er zahlreiche Aufhnahmen machte, ver-sammelt immer wieder erstklassige Musiker um sich und stand unter anderem mit Mongo Santamaria, als dessen musikalischer Nachfolger er angesehen wird, und Hugh Masekela auf der Bühne. Bis heute begeistert er seine Fans auf Konzerten, in Clubs und auf Festivals (leider nur selten in Europa) mit seinen dynamisch und geschmeidig zugleich wirkenden Arrangements, die zeitlos gut klingen. 2000 gewann mit Latin Soul den Grammy für das beste Latin Jazz Album und gilt neben Eddie Palmieri als der wohl einflussreichste Trendsetter der Latin Music schlechthin. Hier zwei seiner besten Titel: das traditionelle Guaripumpe und Herbie Hancocks Watermelon Man, mit denen er in Montreux 2004 für Aufsehen sorgte.


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